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Friedrichshafen Allmannsweiler

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Inhaltsverzeichnis

Allmannsweiler

Allmannsweiler ist ein Ortsteil von Friedrichshafen am Bodensee.


Entstehung von Allmannsweiler

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1951 Heimatstrasse 3 Allmannsweiler.jpg
1951 Heimatstrasse 1 Allmannsweiler.jpg
1951 Heimatstrasse 2 Allmannsweiler.jpg





1952 Dottermann Franz Kopie.jpg



1951 Leibensberger Kopie.jpg











1951 Wittenwiesenstrasse 28 Kopie.jpg











1951 Allmannsweiler Bild 1 Kopie.jpg









Auszug aus dem „Allmannsweiler Blättle" Juni 1986 2. Ausgabe

"Gründung der Siedlung Allmannsweiler


Die Gründung der Siedlung Allmannsweiler erfolgte im Jahr 1950.
Seither leben in verschiedenen Häusern bereits die zweite und dritte Generation. Die älteren Einwohner erzählen oft von harten Zeiten der Arbeit, wo Jeder für Jeden einsprang.

Sie denken gerne zurück, sei es auch ein noch so schwerer Weg gewesen. Es waren viele Stunden die Väter von ihren Familien getrennt lebten, viele Heranwachsende wurden zur harten Arbeit herangezogen. Den Schweiß und die Entbehrungen kann sich die jüngere Generation kaum mehr vorstellen.

An den Straßennamen erkennt man die Idee der damaligen Generation.
Sie wollten eine neue Heimatstrasse mit viel Glück-strasse undSonne- nstrasse, wo sie nach ihrer Vertreibung auf Neuland-strasse in Eintracht- strasse zusammenleben wollten.


Es war ein harter Weg bis Heute, aber er hat sich gelohnt. Aus Allmannsweiler wurde zwischenzeitlich ein kleiner Ortsteil von Friedrichshafen, der sich durch die Neuansiedlung verschiedener Wohn- und Gewerbegebiete beachtlich erweitert hat.

Der eigentliche Ortsname ging jedoch vom Allmannsweiler-Dorf aus, wo sich bereits seit Generationen Bauernfamilien angesiedelt hatten, die mit Recht sich als die „echten“ Allmannsweiler bezeichnen können.

Die Strassen Glück-, Heimat- und Sonnenstrasse waren schon vor 1950 unbefestigte Wege des Barackenlagers. Die Sonnenstrasse war der Weg zu den gemauerten Bombenunterständen des Lagers. Hinter den Bombenunterständen befand sich das „Grottenloch“, ein Weiher (heute Bolzplatz), der seine Existenz einer Dampfziegelei als Lehmentnahme diente."







1950
2009 Dottermann Franz erzählt vom Aufbau der Siedlung 1951 / 1952
„Nach dem Krieg waren viele Häuser und Fabriken durch Bomben zerstört, die Wohnungsnot war groß, da zusätzlich noch viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene Unterkunft und Arbeit suchten.
1950 begann der Wiederaufbau von Wohnungen und der Industrie. Zuerst mussten die Bombenschäden beseitigt werden um Arbeitsplätze sowie Wohnungen neu aufbauen zu können.
Viele Vertriebene wurden in engen Wohnungen untergebracht oder waren bis mehr als 20 km von Friedrichshafen in Dörfern der Umgebung verteilt worden.
Für die Anreise zu den Arbeitsplätzen ZF, Maybach, Allgeier ( Porsche ) mussten sie teilweise mehr als zwei Stunden mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter unterwegs sein.
Zur damaligen Zeit gab es keine Bahn- oder Busverbindung die uns von Hiltensweiler nach Friedrichshafen bringen konnten. Wir mussten teilweise Morgens um 5 Uhr wegfahren um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen und das mit dem Fahrrad.
In dieser Aufbauphase hatten sich viele der Vertriebene ein Eigenheim gewünscht um ihre Familien zusammen zu bringen und in der Nähe der Arbeitsstätte zu sein.
Dann wurde Allmannsweiler als Baugrund angeboten. Das Baugelände, ein Grundstück vom Bauer Lanz, war durch Kriegsschäden für den Landwirt als Wiese nicht mehr geeignet. Die Württembergische Heimstätte Stuttgart konnte somit das Grundstück erwerben und als neues Baugelände anbieten.
Der Bauabschnitt 1, in 1950, waren die Glück- und die Heimatstrasse und wir konnten im Bauabschnitt 2 mit ca. 30 Woh-nungen in den Doppelhäusern im Jahr 1951 beginnen.
Die Bauleitung war in den Händen von Herrn Goldschmied und Herrn Probst. Die Arbeiten an den Häusern wurden von den Bauinteressierten, alles Heimatvertriebene und Donauschwaben aus vielen Regionen, verteilt. Es gab Bauführer für die jeweiligen Bauabschnitte und für die wichtigen Arbeiten wie Maurer, Elektriker, Zimmermann, Gipser, Flaschner waren berufserfahrene Leute vorhanden. Die übrigen waren als Helfer eingeteilt, wobei auch Heranwachsende und viele Frauen mitarbeiten mussten und es auch wollten.
Die Finanzierung wurde mit der Württembergische Heimstätte sowie der Stadt Friedrichshafen abgeschlossen. Als Eigenanteil musste jeder Hausbesitzer 2.800 DM in Form von 1.500 Arbeitsstunden aufbringen. Die Arbeiten wurden von den Siedlern am Abend und an den Samstagen ausgeführt, wobei die Stunden der Familien von Herrn Arnold aufgeschrieben und gezählt wurden. Damit niemand sein „eigenes Haus“ besser baut oder mehr Zement verwendet, wurden die Häuser erst nach Fertigstellung des Bauabschnittes, also zu einem späteren Zeitpunkt mit Nummern versehen und an die Siedler verlost.
Die ersten Arbeiten war der Aushub des Kellers mit Spaten und Schaufeln, das Material musste mit Schubkarren in noch teilweise vorhandene Bombenlöcher gefahren werden. Danach wurden die Kanal und Abflussrohre verlegt. Da wenig Schalmaterial vorhanden war wurden die Kellerwände nur innen verschalt und als Außenschalung die gewachsene Erde genommen. Nachteil war, wie viele Besitzer auch noch heute bemerken, die Dichtheit und Festigkeit der Kellerwände.
Der nächster Abschnitt war die Decke einbauen, dazu wurden Betonträger auf die Wände aufgelegt und Hohlblocksteine eingelegt. Über die ganze Deckenfläche wurde eine 5 bis 8 cm dicke Betonschicht gegossen, bevor das Mauern beginnen konnte.
Die Steine zum Mauern wurden wiederum selber hergestellt. Dazu wurde eine Betonplatte von ca. 40 x 40 Meter auf der Wiese, hinter der heutigen Eintrachtstrasse, betoniert um dort die Steine zu Fertigen und zu Trocknen. Der Bauschutt der Kriegsschäden aus der Stadt wurde dort gemahlen, zerkleinert, mit Zement in einer Betonmaschine gemischt und in Ziegel-formen gegossen. Danach mussten die Steine ca. 8 Tage zum Trocknen gestapelt werden. Mit diesen selbstgemachten Steinen wurden die Außen- und Zwischenwände der Häuser hochgezogen.
Die zweite Decke bestand aus Holzbalken, die von unten mit Bretter und Strohmatten, zum Verputzen, aufgenagelt wurden. Der Zwischenraum oben wurde mit Lehm abgedichtet und mit Schlacke, als Isoliermaterial, aufgefüllt, als Boden wurden Holzdielen genagelt.
Das Dach bestand aus einfachen Holzsparren die mit Bieberschwanz Ziegel gedeckt waren. Eine spezielle Isolierung kannte man damals nicht, sie bestand aus Holzspanplatten zum Verputzen der Innenwände und Decken.
Die elektrischen Leitungen bestanden aus Flachleitungen mit nur zwei Fasen und teilweise in Rohre verlegte Stegleitungen. Wenn in der heutigen Zeit neue Leitungen verlegt werden müssen, erkennt man, dass es damals keinen Fertigputz gab, es wurde Sand ausgesiebt, mit Kalk vermischt und damit verputzt.
Die Holzfenster bestanden aus einfacher Verglasung und waren bei kalter Jahreszeit oft vereist und auch undicht.
Zum Heizen gab es in der Küche ein Holzofen mit Schiffchen, er war auf einer Steinplatte aufgestellt, um den Boden vor heraus fallender Glut zu schützen. Daneben befand sich noch eine Steinspüle zum Abwaschen vom Geschirr.
Das Ofenrohr verlief durch das halbe Zimmer und dem Flur. Im Wohnzimmer befand sich ein Holzofen, später wurde er durch einen Ölofen ersetzt. Ein Bad gab es nicht, viele hatten im Keller eine Zinkbadewanne aufgestellt, die mit dem Waschofen befüllt werden konnte. Wenn man bedenkt das in den ersten Jahren, als Notunterkunft, teilweise zwei Familien mit jeweils zwei bis vier Kindern in den Häusern gewohnt hatten, dann kann man sich vorstellen wie bescheiden man zu leben wusste. Bis die Strassen geteert waren sind viele Jahre vergangen. Da es auch lange gedauert hat, bis Autos durch die Strassen gefahren sind und noch wenige Häuser Fernsehapparate hatten, spielte sich das Leben sehr viel auf den Strassen ab.
Die Kinder spielten Fußball oder Murmelspiele auf der Strasse, die Erwachsenen arbeiteten noch im Garten und am Haus oder gesellten sich zusammen bei einem Gespräch am Zaun. In der Sommerzeit konnten, zumindest die Anwohner der Sonnenstrasse, am Abend und in der Nacht ein Froschkonzert miterleben. Auf dem Gelände des heutigen Bolzplatzes gab es ein so genanntes Grottenloch, das in der Frühzeit eine Lehmentnahmestelle für eine Ziegelei war. Die Größe war ca. 40x100 Meter und 2 bis 3 Meter tief. Nach Regenwetter war es bis zum Rande gefüllt mit Wasser, es war ein Biotop mit Kaulquappen, Frösche und Lurche. Für viele Leute aus der Stadt war es darum auch die „Froschsiedlung“ Allmannsweiler. „

1951 Opitz 6 Kopie.jpg

1951 Heimatstrasse Allmannsweiler.jpg


1951 Leibensberger 3 Kopie.jpg




2009 Dottermann Franz Kopie.jpg










1952 unbekannt 1 Kopie.jpg








































Lage: Straßen, Wege und Plätze in Allmannsweiler

Gastronomie und Hotels

Bewohner

Die Bewohner von Allmannsweiler werden Allmannsweilerer genannt.

Vereine

Folgende Vereine stammen aus Allmannsweiler:

Historische Ereignisse


Literatur

Quellen und Verweise